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The green Blog

  • Anni und Dany

Green travelling in Norway | session 6/6 - Where the journey ends a new road begins

Aktualisiert: Juni 18


Wir sind dann mal weg - zum Pilgern auf dem Olavsweg von Oslo nach Trondheim - 32 Etappen, 650 Kilometer und rund 20.000 Höhenmeter liegen vor uns und wir berichten in der Rubrik »Green Travelling« von unserem Abenteuer. Wir wollen los, raus in die Natur, unsere Komfortzone verlassen, wenig brauchen und nicht planen. Unser ökologischer Fußabdruck soll dabei so klein wie möglich sein. Ob und wie wir dieses Ziel erreichen, könnt ihr hier verfolgen.

Unsere Füße berühren den Boden, wieder und wieder setzen wir einen Schritt vor den anderen. Lang zieht sich der Weg aus den Bergen dahin bis die Landschaft wieder lieblicher wird und bewirtschaftete Felder, Wiesen und Wälder unseren Weg begleiten. Hin und wieder überrascht uns der Blick zurück, die Gipfel des Dovre Nationalparks liegen nun hinter uns. Das Ende unserer Reise kündigt sich bereits an. Mit unserer Ankunft am Meer geht die 31 Etappe zu Ende und macht uns deutlich, wir haben Norwegen von Küste zu Küste durchquert. Wir setzten mit einem kleinen Boot über zu unserer letzten Herberge auf dem Weg und brechen am nächsten morgen früh zur 32. Etappe auf. Unser Ziel: der Niderosdomen in Trondheim...

Ist-Zustand

Für mich sind die letzten Etappen die besten des ganzen Weges, wir laufen jeden Tag über 20 Kilometer und es bereitet mir keine großen Probleme - Endlich! Dany ist hingegen etwas müder als am Anfang und klagt über seine Füße - es ist eine kleine Genugtuung für mich, als nicht er mir, sondern ich ihm die müden Füße massieren kann (auch wenn er nicht danach gefragt hat...). Noch etwas hat sich geändert, wir haben Gesellschaft und wandern gemeinsam mit den Pilgern Leonie und Thomas, wir gehen gute Stücke des Weges zusammen, lachen, reden, spielen "Ich packe meinen Koffer" (Thomas und Leonie schlagen uns um Längen), und sammeln Pilze - diesmal wandern Steinpilze in den Camping-Kocher! Natürlich wird die Mahlzeit geteilt!

Gut gelaunt, trotz Regen

Ich bin mir sicher, es ist ein Steinpilz!

Ein Händchen voll Wald

Trondheim

Als wir die ersten Ausblicke auf Trondheim erhaschen, stellt sich ein seltsames Gefühl ein. Wir können nicht glauben, dass wir nun wirklich am Ziel angekommen sind. Unser Weg führt uns immer den Schildern nach direkt zum Pilgerzentrum, hier bekommen wir den Pilgerbrief ausgehändigt und dürfen eine Nadel in die Karte pinnen. Die obligatorischen Fotos folgen.

Nun hat auch der erste Libanese den Olavsweg bewandert. Stolz geht es daher weiter zum Nidarosdomen für ein weiteres Foto am Meilenstein, der nun endlich die Null vor dem Kilometer trägt.

Green Travelling-Check In den letzten Tagen fragen wir uns, wie viel von unseren Green-Travelling-Ambitionen eigentlich übrig geblieben ist. Hier ein kleiner Check: 1. Wir sind nicht geflogen! :-) 2. Wir sind 650 Kilometer zu Fuß gegangen und sind nur ganz kurze Strecken mit dem Zug, Bus oder per Anhalter gereist.

3. Wir haben insgesamt ca.15 Tage von dem mitgebrachten und getrockneten Essen profitiert und viel Mitreisende inspiriert, das Dörren doch auch mal auszuprobieren. Vor allem die Instant Tomaten-Linsen-Spagettisoße kam gut an! Gesundes, selbstgemachtes Essen und wenig Verpackung - nicht schlecht! 4. Wir haben so viel wie möglich unverpackt gekauft, sind in Punkte Plastik aber öfter an unsere Grenzen gekommen. Einmal wurden wir mit den losen Champignons auf dem Einkaufsband fast beworfen, ich denke, der Kassierer fühlte sich von uns auf den Arm genommen. Unsere Unverpackt-Rate war also beim Einkauf insgesamt nicht so gut. Immerhin hat es niemanden gestört, dass Brot, sofern es lose vorhanden war, direkt in unsere mitgebrachte Einkaufstasche wanderte. In der ganzen Zeit mussten wir nur einmal eine Plastiktüte nehmen. Dennoch ist der dann doch notwendige Einkauf im Supermarkt der Tiefpunkt unserer "grünen" Reise...aber wir hatten keine andere Wahl! 5. Beim Suchen im Wald kommt das Green-Travelling-Gefühl am stärksten auf. Dany bezeichnet das Pilzesuchen als Schatzsuche. Ich finde das sehr treffend! Die Freude über Selbstgesammeltes ist bei uns riesig! 6. Das "grüne" Wunder unser Reise ist aber das Wasser. Egal an welchem Ort wir waren, immer gab es einen Fluss, einen Bach, ein Rinnsal, aus dem wir zauberhaftes und kühles Wasser bekamen. Wir wanderten nie mit mehr als zwei Litern los und der Weg brachte immer wieder nasse Erfrischung in unsere Richtung. Was ist das für ein Geschenk?! Wann haben wir das letzte Mal einfach Wasser aus der Natur getrunken? Das Wasser und die Umwelt zu schützen, muss erste Priorität bei uns Menschen sein, das wird uns deutlich, ein jedes Mal, wenn wir den Becher oder die Flasche mit dem "edlen Tropfen" auffüllen. Wozu pilgern?! Für den - ohne Flugzeug - recht langen Nachhauseweg kaufe ich mir einen Roman über das Pilgern, er erzählt die Geschichte einer Frau und eines Mannes auf dem Camino de Santiago, dem Pilgerweg schlechthin. Das Buch überbrückt die lange Rückreise hervorragend und bringt mich gleichzeitig zum Nachdenken. Was hat das Pilgern uns gebracht? Das intensive Gefühl der Protagonistin, dass der Weg ihr Leben verändert, hat sich bei uns jedenfalls nicht eingestellt. Dennoch haben wir gemerkt, dass unser Leben zu Hause durch Zero-Waste und das viele Selbermachen an Qualität gewonnen hat, die auf Reisen nicht immer zu finden ist. Das spüren wir besonders als wir in den von Verpackungsmüll dominierten Gängen des Norwegischen Supermarktes stehen. Gleichzeitig bietet das Reisen die Gelegenheit neue Ideen kennenzulernen und als Inspiration mit nach Hause zu nehmen.

Die Message von Zero-Waste zu teilen, ist unser Motor auf dem Weg nach Trondheim und gibt unserer Wanderung mehr Sinn. Das Teilen erfolgt direkt mit den Menschen, die wir treffen, aber auch über unseren Blog. Er gibt uns Gelgenheit, unsere Erfahrungen weiterzutragen und der Wunsch ihn mit Inhalten und Bildern zu füllen, begleitet uns an jeder Ecke des Weges.

Wir freuen uns daher auf viele weitere Berichte und Bilder, ob von nah oder fern, in Sachen "Grün" gibt es eigentlich immer etwas zu berichten!

In diesem Sinne bis bald!

Anni und Dany von auf dem Weg nach Hause ...

Letzte Impressionen

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